Die Kirche in Schlosswil

Die Kirche Schlosswil verfügte in den Fenstern im Chor über farbige Kabinett- und weisse Schliffscheiben. Diese stammen aus der Mitte des 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts, als die Kirche jeweilen erweitert wurde. Sie sind typisch für die Verhältnisse in jener Zeit. Bereits 1995 wurde die Notwendigkeit einer Sanierung der Kirchenfenster, die wohl grösstenteils aus dem Jahre 1912 stammen, ins Auge gefasst. Wegen finanzieller Engpässe wurde sie aber verschoben.

Im Kirchgemeinderat war später die Idee aufgekommen, im Rahmen der Fenstersanierung auch zu prüfen, ob allenfalls neue, moderne Glasmalereien an den Chorfenstern möglich wären. Im Sommer 2010 hat der Künstler Walter Loosli aus Köniz die Kirche Schlosswil besucht und erste Skizzen angefertigt. Der Rat hat anschliessend entschieden, das Projekt "neue Farbfenster" aufzunehmen. Walter Loosli hat darauf zwei verschiedene Entwürfe ausgearbeitet. Die erste Variante zeigte "die göttliche Dreieinigkeit". Diese gründet auf Matthäus 28,19: "..... taufet im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes". Die zweite Variante widmet sich den Bäumen. Der biblische Schöpfungsbericht nennt zwei besondere Bäume: den Lebensbaum und den Baum der Erkenntnis.

An der Kirchgemeindeversammlung vom Juni 2011 wurde dann sowohl der Kredit für die Sanierung genehmigt wie auch dem Kredit für die neuen farbigen Glasfenster zugestimmt. Das Projekt konnte aber nur ausgeführt werden, wenn bis spätestens Ende November 2011 die Hälfte des Kredites, also Fr. 15'000 durch Sponsorengelder gedeckt sind.

Das Projekt war in der Bevölkerung auf grosses Interesse gestossen. So konnten die stimmberechtigen Mitglieder an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung vom 18. Oktober 2011 über die beiden Varianten abstimmen. Die Wahl fiel auf die Variante "die göttliche Dreieinigkeit".

Am 16. September wurden die neuen farbigen Glasfenster im Chor anlässlich eines Festgottesdienst eingeweiht und an die Gemeinde übergeben. Die bestehenden Schliff- und Kabinettscheiben wurden fachgerecht restauriert und die Seitenfenster im Schiff plaziert.

Die drei Bilder können als Karte mit passendem Couvert bei der Sekretärin oder bei Pfarrer Andreas Zingg für Fr. 4 pro Karte gekauft werden. Der Erlös aus dem Kartenverkauf kommt der Pfarrhilfskasse zugute.

Der Künstler Walter Loosli

Walter Loosli, geboren 1932 in La Chaux-d’Abel, wurde im ersten Bildungsgang Primarlehrer und Heilpädagoge. An der Kunstgewerbeschule Bern bildete er sich in verschiedenen Techniken des bildnerischen Gestaltens weiter. Seit 1972 arbeitet er freischaffend. Sein Hauptwerk liegt in der Wand- und Fenstergestaltung in Kirchen und im öffentlichen Raum. Genannt seien als Beispiele für Fenster aus der Umgebung diejenigen von Rüegsau, Sigriswil, oder der Pfrundscheune Vechigen, als grösstes Werk die Glasgemälde in der Katholischen Kirche Interlaken. 1995 erhielt er in Würdigung seines Wirkens als freischaffender Künstler und Förderer anderer Kunstschaffender die Verdienstmedaille der Burgergemeinde Bern. Im November 2015 ist Walter Loosli verstorben.